1. Vorhang auf für Hollywood-Stars

Vorhang auf für Hollywood-Stars

| Ministranten

Lokale, geistliche und politische Prominenz begibt sich bei der Hollywoodpremiere am Bunten Abend der Ministranten auf den Roten Teppich. Doch auch zwei Fernseh-Größen finden sich im Grafenwöhrer Jugendheim ein.

Ilja Richter und Rudi Carrell: Mit original holländischem Akzent, begrüßten zwei Berühmtheiten die rund 300 Gäste im ausverkauften Saal. Mit einer Tanzeinlage zu „Dancing Queen“ von Abba eröffneten sie den Abend. Einige der Ehrengäste erhielten passend zum Thema einen Oskar, unter anderem Hausherr Pfarrer Bernhard Müller für die Bereitstellung des Saals. 

Wie es zu einer Hollywood-Aufführung gehört, mussten Stars gefunden werden. Das funktioniert am besten mit einem Casting, und so suchten im ersten Sketch die jüngsten Ministranten Darsteller für eine Aufführung. Nur können weder tolles Aussehen noch ein eindrucksvoller Lebenslauf oder eine falsche Identität fehlendes Talent von Stéphanie wett machen.

Selbst Trophäen und Preise eines Leonardo DiCaprios überzeugten die knallharte Jury nicht. Erst der unbestellte Pizzabote begeisterte sie mit seiner Authentizität und Textsicherheit und ergatterte ungewollt die Rolle. 

Wie man sich bei einer Geschwindigkeitsübertretung erfolgreich bei der Polizei herausredet, demonstrierten eindrucksvoll die Mädel’s der Ministranten aus Gmünd. Doch bei der Befragung räumten sie weitere Straftaten, von illegalem Waffenbesitz bis hin zu einer Leiche im Kofferraum, ein. Als die verzweifelte Polizistin ihre Vorgesetzte um Verstärkung bat, war nichts von alledem wahr. Und den Geschwindigkeitsverstoß glaubte man damit auch nicht mehr. 

Von den Geschehnissen in der Pfarrei erzählten vier der älteren Ministranten beim Abspülen nach dem Helferabend. So wussten sie von Hausmeister André Wächters Vorliebe, seine Brotzeit im Beichtstuhl zu genießen und dabei dem einen oder anderen Geständnis zu lauschen. Und so wird die Suche nach der Absolution nach einem begangenen Ehebruch schon mal zu einer Vermittlung von neuen Adressen für das nächste Tête-à-Tête. Besondere Freude herrschte über den Besuch des Bürgermeisters am Helferabend – wenn er schon das ganze Jahr nicht in die Kirche gehe, sei es doch schön, ihn und andere seltene Gäste zu sehen, wenn es Suppe gratis gibt.

Daniel Wegmann und Lukas Uschold sprangen im zweiten Teil der Moderation für ihre Vorgänger ein, denen die Cocktails an der Bar gut gemundet hatten. Die besten Schauspieler findet man sowieso in der Schule, und so informierten sich die Mütter bei Lehrer Schmidt über die Leistungen ihrer Sprösslinge. Doch manchmal haben auch Lehrer keine Lust auf anstrengende Elterngespräche und so ließ er sich von Haumeister André Wächter vertreten, der die Vorträge geduldig ertrug. 

Was passieren kann, wenn die Kommunikation in einer Firma nicht funktioniert, zeigten die Mini-Gruppe aus Gmünd. Der Chef gibt über das Telefon Anweisungen – und wie bei der bekannten „Flüsterpost“ werden in einer Firma für Spritzgussformen am Ende anstatt 17 Alpakas 112 Clownräder bestellt. 

Die kleinen und großen Stars der Ministranten haben sich wieder einiges einfallen lassen und trafen den Geschmack des Publikums. Viel Gelächter und Applaus belohnten den Gemeindenachwuchs für die viele Arbeit, die beim Entwerfen und Einstudieren der Stücke anfiel.

Artikel & Fotos: Stefan Neidl - NT (geändert)

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